Pfotengeschichten

Balljunkie – #not!

Letztens waren wir wieder in unserem Lieblingspark mit der riesigen Hundespielwiese. Ich hatte einen dieser faulen Nachmittage eingelegt an denen ich nur vor mich hindöse. Umso mehr freute ich mich am Abend noch ein paar Artgenossen zum Spielen zu treffen. Der Weg zur Spielwiese war mühsam wie immer. Es kostet mich wirklich sehr viel Überwindung nicht mit voller Wucht an der Leine zu ziehen. Ich habe gelernt meine Freude zu zügel und mich in Selbstbeherrschung zu üben, sonst dauert das Ankommen ewig. Als wir es schließlich geschafft haben und ich das ersehnte „Frei!“ vernahm, startete ich los.

Auf der Wiese waren noch zwei Hunde mit ihren Zweibeinern. Freudig lief ich auf sie zu und forderte sie zum Spielen auf.

Und die – ich konnte es nicht fassen – hatten Null Interesse.

Beide spielten nämlich mit ihren jeweiligen Zweibeinern Ball.

Das sah in etwas so aus, dass die Zweibeiner den Ball warfen, meine Artgenossen diesen nachliefen, wieder zu Herrchen und Frauchen brachten und hechelnd auf den nächsten Wurf warteten.

Ich lief ebenfalls mit. Ohne jedoch den Ball zu nehmen. Ich habe bereits früh gelernt, dass es nicht sehr nett ist, anderen ihr Spielzeug wegzunehmen.

Eine Weile habe ich mir das angeschaut, dann bin ich zurück zu Frauchen gerannt. Genervt schnaufte ich und gab ihr zu verstehen, dass wir die fade Veranstaltung verlassen konnten.

Die Zweibeinerin hat daraufhin Leckerlis in Baumrinden versteckt und mich zum Suchen aufgefordert, was meinen Abendspaziergang noch gerettet hat.

Aber ehrlich gesagt, fand ich das Verhalten dieser Balljunkies fraglich. Versteht mich nicht falsch! Auch ich sage nicht nein zu einem lustigen Ballspiel. Aber ich mag es eben auch sehr mit meinen Artgenossen zu spielen, zu laufen, zu toben und zu schnüffeln. Die Beiden hingegen haben mich nicht mal richtig wahrgenommen so fixiert waren sie auf den Ball. Das kann und möchte ich einfach nicht verstehen.

Erinnerte mich stark an die Zweibeiner die halbe Ewigkeiten in ihren kleinen Kasten (Handy) starren können und nichts anderes mehr wahrnehmen. Wenn das zuweilen meinen Rudelmitgliedern passiert, sehe ich es als meine Aufgabe, sie wieder zurück ins Hier und Jetzt zu holen. Ich schupse dann den kleinen Kasten leicht weg und gebe somit zu verstehen, dass es Spannenderes gibt. Bei meinem Rudel funktioniert das zum Glück, bei den Artgenossen in Park diesmal leider nicht.

Ich hoffe nächstes Mal treffe ich wieder sozialere Artgenossen.

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