Menschenfreunde

Das Model und die Fotografin – Interview mit Hundefotografin Sigrid Körbler

Vor ein paar Wochen war es ja soweit. Die Zweibeinerin und ich haben an einem Fotowalk teilgenommen. Ich muss euch verraten, dass die Zweibeinerin kurz vor dem Walk kalte Pfoten bekommen hat und absagen wollte. Sie sorgte sich um mich und hatte befürchtet, dass ich gar nicht ruhig sitzen oder liegen bleiben würde. Sigrid, eine der beiden Fotografinnen konnte sie jedoch beruhigen. Und so bin ich doch noch zu meinem ersten Modeltermin gekommen. Das mit dem ruhig sitzen bleiben war dann wirklich recht anstrengend, aber Sigrid hat eine Engelsgeduld und schlussendlich wunderschöne Fotos von mir aufgenommen.

Meine bessere Hälfte hat sich überlegt, dass vielleicht viele Interesse daran hätten, ihre liebsten Vierbeiner ablichten zu lassen. Deshalb hat sie prompt Sigrid zum Interview gebeten und die hat uns spannende Einblicke in ihre Arbeit gegeben.

Doch lest am besten gleich selbst:

1.Wie bist du zur Hundefotografie gekommen?

Ich bin mit Tieren aufgewachsen und hatte immer schon einen guten Draht zu den Vierbeinern. Und ich fotografiere seit meiner Schulzeit. Da hat es sich irgendwie ganz „logisch ergeben“, diese beiden Leidenschaften zu verbinden 😉 Nachdem ich die Fotografie hauptberuflich betreibe, fotografiere ich aber nicht nur Hunde/Tiere, sondern auch Menschen und gewerbliche Aufträge. Die Tiere sind aber sicher der Bereich, der mir am meisten am Herzen liegt 🙂

2. Was unterscheidet diese von anderen Arten der Fotografie?

Bei der People Fotografie kann man eindeutige Positionsanweisungen geben, Produkte oder Architektur bewegen sich nicht und man kann vollkommen frei über Standpunkt und Positionierung entscheiden. All das geht bei Tieren nicht. Das heißt, man braucht deutlich mehr Geduld und Geschick, auf den perfekten Moment zu warten und diesen dann auch einzufangen. Natürlich kann man (den meisten 😉 ) Hunden auch Anweisungen geben und es gibt einige Tricks, um die Blickrichtung oder den Ausdruck zu beeinflussen, aber ein „Blick etwas weiter nach oben“ oder „Schnauze einen Zentimeter nach links bitte“ geht natürlich nicht.

Im Endeffekt darf man sich also bei Tieren nicht so sehr auf eine ganz bestimmte Art von Bild versteifen. Nicht jedes Motiv ist mit jedem Tier machbar, aber es sind von jedem Tier schöne Fotos möglich.

3. Verrate uns bitte, das Tollste und Schwierigste an deinem Job.

Abgesehen davon, dass ich einfach das mache, was ich liebe, ist das Beste definitiv der Abwechslungsreichtum. Man hat ständig neue Motive vor der Linse, lernt laufend neue Menschen und Tiere kennen, hat dauernd wechselnde Rahmenbedingungen beim Arbeiten und auch der Arbeitsprozess selbst enthält viele unterschiedliche Tätigkeiten von der Planung und Vorbereitung eines Shootings über die Aufnahme selbst bis zur Entwicklung/Bearbeitung und schließlich dem fertigen Bild. Dann kommt auch noch das Unterrichten in Workshops oder Einzelcoachings dazu, also noch einmal eine zusätzliche Abwechslung.

Und dann ist eines der besten Dinge gleichzeitig auch eines der schwierigsten: Ich bin meine eigene Chefin 😉 Denn das Schwierigste ist wohl das „Überleben“ und der ganze Verwaltungsaufwand drumherum, wenn man selbständig ist. Wer nur fotografieren möchte, sollte dies niemals beruflich tun. Da kommen dann nämlich plötzlich so viele „gar nicht so lustige“ Aufgaben dazu, ohne die es nicht geht. Werbung, Marketing, Sales, Buchhaltung, Steuern, rechtliches Know-How, etc.

5. Was macht dir mehr Spaß das Erstellen oder die Bearbeitung der Fotos?

Ich würde sagen, das ist situations- und nicht zuletzt auch stimmungsabhängig. Es gibt bei beiden Komponenten Faktoren, die es mehr oder weniger angenehm machen können. Und manchmal freut einen auch das eine oder andere gerade einfach nicht (wobei mir das zugegebenermaßen beim Fotografieren seltener passiert als beim Bearbeiten).

6. Wie wichtig sind Soziale Medien (Facebook, Instagram) für deine Arbeit?

Mein Verhältnis zu Sozialen Medien lässt sich wohl ganz gut mit U2’s Songtext auf den Punkt bringen… „I can’t live – with or without you“ ;))) Sicher generiert man mal den einen oder anderen Auftrag über diese Plattformen, aber genaugenommen steht der Zeitaufwand, den man hierfür hinein stecken muss, nicht dafür. Das allermeiste kommt eigentlich über Mundpropaganda. Und außerdem halte ich absolut gar nichts von diesen „wer hat mehr Likes“ oder „wer hat mehr Follower“ – sorry – Schwanzvergleichen oder gar „like for like“ oder „follow for follow“ Spielchen.

Andererseits kann man natürlich nicht leugnen, dass Soziale Medien (langsam aber doch) dabei helfen, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Und man wird heutzutage auch schon fast schief angeschaut, wenn man als Fotograf nicht auf den einschlägigen Plattformen vertreten ist. Ich habe mich z.B. lange Zeit gegen Instagram gewehrt, letztendlich dann aber doch irgendwann nachgegeben – nicht zuletzt genau deswegen 😉 Es geht also auch nicht ohne.

7. Welchen Satz sagst du in deinem beruflichen Alltag am öftesten?

Diverse Sätze in Bezug auf das gerade vorhandene Licht, sowie: „Wo hab ich jetzt wieder meinen Objektivdeckel hin getan?!“ 😉

 

Liebe Sigrid, herzlichen Dank für das tolle Interview, das uns einen ganz persönlichen Einblick in deine Arbeit erlaubt hat. Wir können unterschreiben, dass du das was du tust auch wirklich liebst! Du wirst uns sicher bald wieder vor die Linse bekommen!

 

Unsere Interviewpartnerin:

Lanigraphy – Sigrid Körbler
+43 – 650 – 44 99 552

You Might Also Like