Abenteuer Pfotengeschichten

Lignano Sabbiadoro

… ein riesiger Sandhaufen nur für mich alleine.

Meine erste Auslandsreise führte mich ans Meer. Im Herbst war es soweit. Die Zweibeinerin schnappte die Stadtleine und die Schleppleine. Ich bekam mein Geschirr umgeschnallt, sie nahm den Leckerlibeutel mit und den Koffer. Letzteres ist ein wichtiges Indiz dafür, dass ein großes Abenteuer bevorsteht. Ich muss ja gestehen, der Sache mit dem Koffer vertraue ich noch  immer nicht ganz. Manchmal packt die Zweibeinerin den Koffer nur für mich und ich mache Urlaub beim Herrchen oder den Großeltern, dann wiederum kommt es vor, dass Frauchen den Koffer nimmt und ohne mich verreist während ich bei einem anderen Rudelmitglied bleibe und dann gibt es noch den Fall – und dieser trifft zum Glück zu 80 Prozent zu – dass wir gemeinsam verreisen. Aber nun ja, sicher sein kann man sich nie und deshalb prüfe ich immer genauestens den Inhalt des Koffer. Und manchmal wenn ich unbedingt mitkommen möchte, setzte ich mich sogar hinein und verhalte mich ruhig und besonders unauffällig.

Aber nun gut, diesmal war klar, dass wir gemeinsam verreisen würden.

Ich möchte mich ja nicht beschweren, aber die Reise dauerte ein wenig und ich habe mich auf der Rückbank schon sehr gelangweilt. Aber die Strapazen haben sich ausgezahlt. Als wir endlich ankamen, stiegen mir neuartige Gerüche in die Nase. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu schnüffeln. Wir gingen eine kleine Straße entlang und dann erblickte ich sie – die aller aller riesigste Sandkiste, die ich je gesehen hatte. Ich steckte den Sand in die Nase, rannte so schnell ich konnte und hüpfte über unzählige Sandgräben. Was für eine Freude.

Am langen Ende der Sandkiste, entdeckte ich ganz viel Wasser. Durch das viele Rennen durstig geworden, ging ich mit der Zweibeinerin zum Wasser. Doch liebe Artgenossen, ich möchte euch hiermit warnen, falls ihr jemals zu der großen Sandkiste fahrt, gebt Acht vor dem Wasser. Dieses ist nämlich ziemlich frech und unverschämt. Sobald ich mein Pfötchen reinstreckte, sprang es mich an. Kurz darauf verhielt es sich wieder ganz ruhig. Als ich jedoch abermals allen Mut zusammen nahm und zum Wasser tapste, um mich abzukühlen, rannte es mir wieder entgegen. Das hat mich ganz schön geärgert. Zu alle dem war an Erfrischung nicht zu denken, denn das Wasser ist einfach ungenießbar.

Als wir später in der Stadt waren und mir eine nette Damen mit dem Worten „Che carino. Dai, ti do due coccole!“ einen Wassernapf reichte, war ich schon etwas skeptisch. Aber Freunde, ihr könnt beruhigt sein, das Wasser ist nur in der Nähe der Sandkiste ekelig, überall sonst ist es normal.

 

 

Bewertung:

Reisedauer: Kärnten – Lignano (2h30 mit dem Auto)

Anstrengung: variabel. Spaziergangsempfehlung: Strandbüro Nummer 11 bis zur Strada del Mare.

Spaßfaktor: 5 Pfoten

Schnüffelfaktor: 3 Pfoten

Begegnungen: Von Ende September bis Ende Oktober und von März Mitte April kann man am Strand mit Hunden spazieren.

Leine: Schleppleine

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