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Spieglein, Spieglein in meinem Hund – Teil I

Hunde verfügen über eine natürliche Sensibilität.

Natürlich gibt es rassetypische Vorprägungen und die Verhaltensentwicklung des Hundes in den ersten Wochen und Monaten spielt eine große Rolle. Deshalb an dieser Stelle meine Empfehlung: „Such dir einen guten Züchter, der sich um die Sozialisierung deines Welpen bemüht. Und falls du wie ich ein Kind der Liebe hast (Mischlingshund), empfehle ich dir auch, anzuschauen wie dein*e künftig*en Mitbewohner*in aufwächst. Natürlich ist es mit der Sozialisierung in den ersten Wochen nicht getan und darum meine zweite große Empfehlung, dir eine gute Hundeschule bzw. eine*n gute*n Trainer*in zu suchen.

Nun zurück zur natürlichen Sensibilität mit der unsere Hunde ausgestattet sind. Mach´ dir bewusst, dass dein Hund ein Gefühledetektiv ist. Er nimmt deine Stimmung wahr, er bemerkt deine Sorgen, deine Aufregung, deine Ängste ebenso wie deine Ruhe und deine Freude.

Dein Hund ist ein Gefühledetektiv!

Ich nehme dich kurz mit in unseren Mensch-Hund-Alltag:

In unseren ersten Trainingseinheiten aber auch jetzt da wir durch unseren Umzug auf der Suche nach neuen Trainer*innen waren, war ich ziemlich nervös. Ich hoffte, dass Balu seine Kommandos abrufbereit anbieten würde, ruhig wäre und bitte bitte nicht vor lauter Aufregung die Tonleiter auf und ab bellen würde. Na? Was glaubst du wie diese Kennenlerntrainings verlaufen sind? Richtig! Katastrophal.

Eine ziemlich aktuelle Herausforderung, vor der wir standen, betraf das Alleinbleiben. Ich muss gestehen, das haben wir – dank ausgezeichneter Trainerin – mit Balu von klein auf geübt. Es gab diesbezüglich nie Probleme. Manchmal habe ich sogar das Gefühl er ist richtig froh, wenn ich arbeiten gehe und er ganz in Ruhe sein Reich genießen kann. Ja, das Alleinbleiben klappte hervorragend. Bis vor ein paar Wochen. Ich hatte die Möglichkeit Balu ab und an mit zur Arbeit zu nehmen und habe die Zeit mit ihm genossen. Er lag zwar nur faul auf der Decke aber die Tatsache, dass er bei mir wahr, ließ mich meinen Arbeitsalltag einfach ruhiger meistern. Ich kann somit bestätigen, dass Bürohunde sich definitiv gut auf das Betriebsklima auswirken. Nun kam es, dass diese gemeinsamen Bürotage nicht mehr möglich waren und plötzlich hatten wir jeden Morgen einen Kampf mit dem Alleinbleiben. Es wurde gebellt, durch die Tür geschlupft, nachgelaufen, etc. Und für mich war klar – er möchte halt einfach mit. Was mir jedoch anfangs bewusst war, war ICH WOLLTE, DASS ER MITKOMMT. Und mein lieber Balu – aufmerksam wie er ist – ja eigentlich nur meinem Wunsch nachkommen wollte. Als ich mir dessen bewusst wurde, wusste ich – ein neues Mindset muss her. Und siehe da, das Alleinebleiben klappt wieder wie eh und je.

Dein Mindset hat Auswirkungen auf deinen Hund.

Du kannst nun die Liste für dich und deine Lebensumstände weiterspinnen. Hier ein paar Anregungen:

  • Dein Hund fährt nicht gerne Auto – Denkst du vielleicht, dass Autofahren nichts für Hunde wäre.
  • Der Tierarztbesuch ist eine Qual – Welche Einstellung hast du zum Tierarzt. Empfindest du Mitleid für deinen „armen“ Hund?
  • Dein Hund ist überdreht und unkonzentriert? – Und wo bist du in Gedanken gerade?

Ich möchte dich ermutigen, dich hinzusetzen und dir zumindest drei Situation zu suchen, in denen dein Hund – und ich sage das jetzt ganz provokativ – nicht so funktioniert, wie du möchtest. Überlege dir in einem zweiten Schritt, welche Gedanken und Gefühle du in diesen Situationen hast.

Ein Worksheet für die Übung hierfür findest du anbei.

Nächstes Mal kümmern wir uns dann um dein Mindset!

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